Adolph Hoffmann
Menschlichkeit und Gerechtigkeit
verpflichtet
Eine Ausstellung des Humanistischen Verbands Berlin-Brandenburg über den
Politiker und Freidenker Adolph Hoffmann.
Eröffnung: 24.06.2010 in der Begegnungsstätte
Fredersdorf-Vogelsdorf.
Eröffnungsrede von Norbert
Kunz
In Fredersdorf-Vogelsdorf, einer
Gemeinde am Rand von Berlin, steht das Sommerhaus „Waldfrieden“.

Gebaut
wurde es 1906, von dem Politiker und Freidenker Adolph Hoffmann (22. März 1858 –
1. Dezember 1930), der als Sozial- und Bildungspolitiker einer der führenden
Köpfe der deutschen Sozialdemokratie war. Er wollte, dass das Haus nach seinem
Tod für Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden sollte. In der ehemaligen DDR
wurde der Bau als Kindergarten und Jugendclub genutzt, nun steht „Waldfrieden“
aber schon seit Jahren leer. Eine Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger
will es jetzt wieder mit Leben füllen und seiner Bestimmung zukommen lassen.
Geplant ist, eine Jugendbegegnungsstätte für vielfältige Aktivitäten der
Gemeindearbeit und der Kultur zu errichten.
Der Lebensweg
Adolph Hoffmanns ist untrennbar mit dem Aufstieg der Sozialdemokratie verbunden.

Aus sehr armen Verhältnissen stammend findet er sich weder
mit seinem Schicksal noch mit den herrschenden politischen Verhältnissen ab. Er
wird politisch aktiv und eignet sich jenes Wissen an, das ihm aufgrund seiner
Herkunft eigentlich verwehrt ist. So gelingt ihm der Aufstieg. Er wird Autor und
Verleger, Stadtverordneter in Berlin, Landtags- und Reichstagsabgeordneter und
schließlich, wenn auch nur kurzzeitig, preußischer Kultusminister. Als
humanistischer Aufklärer fühlte er sich stets Menschlichkeit und Gerechtigkeit
verpflichtet. Sein vehementes Eintreten für die sozialen Belange der Menschen
ist bis heute vorbildlich und hat ihn zu Lebzeiten zu einem der populärsten
Politiker gemacht.
Die Ausstellung, die der Humanistische Verband
Berlin-Brandenburg (HVBB), nun zu Ehren Adolph Hoffmanns eröffnet, zeigt auf
zehn Tafeln seinen Lebensweg und verschiedene Aspekte seines Wirkens. Gezeigt
wird, wie er sich in Versammlungen und Parlamenten unermüdlich für die Belange
der arbeitenden Bevölkerung eingesetzt hat, wie er als engagierter Freidenker
für Glaubens- und Gewissensfreiheit gestritten und sich als preußischer
Kultusminister für die Trennung von Kirche und Staat eingesetzt und diese
durchgesetzt hat. So findet Hoffmanns Wirken heute noch Niederschlag in unserem
Grundgesetz. Die Ausstellung präsentiert Hoffmann auch als vehementen
Kriegsgegner und führenden Beteiligten an den Ereignissen in Berlin während der
Novemberrevolution. Die Enttäuschung darüber, dass sich in der Folge wenig an
den gesellschaftlichen Strukturen verändert hat, führt ihn kurzzeitig zur KPD.
Desillusioniert kehrt er jedoch bald wieder zur SPD zurück. Die Hoffmann-Schau
des HVBB zeigt einen immer aktiven und unermüdlichen Kämpfer für die sozialen
Belange im Sinne eines weltlichen Humanismus.
Die Tafeln
(Durch Anklicken der jeweiligen Tafel erhält
man eine Vergößerung)
Die 10 Tafeln als zip-Datei herunterladen

Die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sowie interessierte
Bürgerinnen und Bürger arbeiten gegenwärtig daran, Hoffmanns Haus und Grundstück
wieder einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Für die Umsetzung der geplanten
Jugendbegegnungsstätte wird neben der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes
auch eine bauliche Erweiterung notwendig sein. Dafür braucht es engagierte
Unterstützer/-innen und Förderer. Die Ausstellung soll ein erster Schritt sein,
diese zu gewinnen.
Am Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 18 Uhr wurde
die Ausstellung in der Begegnungsstätte Fredersdorf-Vogelsdorf (Waldstraße
26/27, 15370 Fredersdorf-Vogelsdorf) mit einem kulturellen Rahmenprogramm und
in Anwesenheit des Bürgermeisters Dr. Uwe Klett sowie der
Gemeindevertreter von Fredersdorf-Vogelsdorf eröffnet. Geladen waren außerdem der Landrat
von Märkisch Oderland Gernot Schmidt, das Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kultur in Brandenburg sowie die lokale Öffentlichkeit.
Der HVBB dankt dem Land Brandenburg
für die finanzielle Förderung, der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sowie allen
Leihgebern.
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